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Neubrandenburg

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Wappen Deutschlandkarte
53.55713.26120Koordinaten: 53° 33′ N, 13° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Höhe: 20 m ü. NN
Fläche: 85,65 km²
Einwohner:

65.282 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 762 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 17033, 17034, 17036
Vorwahl: 0395
Kfz-Kennzeichen: NB
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 107
Stadtgliederung: 10 Stadtgebiete
Adresse der
Stadtverwaltung:
Friedrich-Engels-Ring 53
17033 Neubrandenburg
Webpräsenz: www.neubrandenburg.de
Oberbürgermeister: Paul Krüger (CDU)
Lage von Neubrandenburg im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
Über dieses Bild

Neubrandenburg ist eine Mittelstadt und die Kreisstadt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern, etwa 135 Kilometer nördlich von Berlin. Neubrandenburg ist die drittgrößte Stadt sowie eines der vier Oberzentren des Bundeslandes. Wegen der vier erhaltenen Stadttore trägt Neubrandenburg den Beinamen „Stadt der vier Tore“ oder „Vier-Tore-Stadt“.[2]

Inhaltsverzeichnis

Neubrandenburg liegt im Südosten Mecklenburgs in etwa 19 m Höhe über NN (Stadtzentrum) am Nordufer des zur Stadt gehörenden Tollensesees und in den Flusstälern der hier beginnenden Tollense und Datze und der in den Tollensesee mündenden Linde sowie den umliegenden Erhebungen der Grundmoränenplatten auf etwa halbem Wege zwischen Berlin und der Insel Rügen.

Altes Rathaus auf dem Marktplatz (1945 zerstört)

(Stadtgebiete und Stadtgebietsteile nach der amtlichen Stadtgebietseinteilung vom 5. Oktober 1995)

Stargarder Tor (Vortor)
Treptower Tor (Vortor)

Die heute als Innenstadt bezeichnete historische Altstadt von Neubrandenburg, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts (von wenigen Ausnahmen abgesehen) der gesamten Stadtbevölkerung Wohnraum bot, ist auch heute das kulturelle und touristische Herz Neubrandenburgs. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die ursprüngliche, überwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammende Bausubstanz der Altstadt durch systematische Brandlegung durch die Rote Armee[3] zu mehr als 80 Prozent zerstört. Dem Großbrand Ende April 1945 fielen sämtliche öffentlichen Gebäude der Altstadt und der überwiegende Teil der Wohn- und Geschäftshäuser innerhalb der Stadtmauer zum Opfer.

Vom einstigen Stadtbild sind heute nur noch die mittelalterliche Wehranlage mit Stadtmauer, vier gotischen Stadttoren und einigen rekonstruierten Wiekhäusern, die ehemaligen Klosteranlage mit Klosterkirche St. Johannis, die einstige Hauptpfarrkirche St. Marien (nach dem Wiederaufbau heute als Konzertkirche genutzt), das Schauspielhaus sowie im Süden der Altstadt einige Straßenzüge mit letzten, eher bescheidenen Bürgerhäusern erhalten. Der Wieder- oder besser Neuaufbau der Innenstadt seit den 1950er Jahren veränderte das Stadtbild grundlegend. Die meisten Wohngebäude stammen heute aus der Zeit der DDR (Stadthäuser aus den 1950er und 1960er Jahren sowie einige Plattenbauten der 1980er Jahre), wie auch das „Haus der Kultur und Bildung“ (HKB) mit dem stadtbildprägenden Hochhausturm. Nach der Wende wurden nach und nach alle Wohnhäuser von Grund auf saniert.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Innenstadt mit dem 1998 neu errichteten Marktplatzcenter an der westlichen Marktplatzseite und zwei Kaufhäusern (Kaufhof und C&A) sowie mit kleinen Geschäften, die sich vor allem in der Fußgängerzone Turm-/Wartlaustraße und entlang der Stargarder und Treptower Straße befinden.

Der Marktplatz wurde bis 2009 komplett saniert und mit einer Springbrunnenanlage und einem preisgekrönten Beleuchtungskonzept ausgestattet. Im Zuge dieser Arbeiten erhielt die Innenstadt auch eine zusätzliche Tiefgarage unter dem Marktplatz.

In direkter Nachbarschaft zur Innenstadt befinden sich im Norden der Bahnhof und der Busbahnhof, im Osten das Rathaus und im Süden der Eingang zum Kulturpark mit dem angrenzenden Tollensesee.

Im westlich und nordwestlich angrenzenden Jahnviertel (von den Neubrandenburgern gern als Nachtjackenviertel bezeichnet) dominieren imposante Bürgerbauten des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts, ergänzt durch Neubauten aus der Nachwendezeit. Der offizielle Name des Viertels leitet sich von der zentral gelegenen Jahnstraße ab, die mitsamt dem dort stehenden Jahn-Denkmal an die Hauslehrerzeit von Turnvater Friedrich Ludwig Jahn in Neubrandenburg erinnert. Der Begriff Nachtjackenviertel hingegen weist darauf hin, dass diese Gegend der Stadt zu früheren Zeiten als Wohngegend wenig attraktiv gewirkt haben muss und sich hier das lokale Nachtleben abgespielt hat.[4]

Zwischen dem Stadtzentrum und dem Reitbahnviertel, direkt nördlich des Bahnhofs, erstreckt sich das Vogelviertel. Hauptsächlich prägen rote Backstein-Reihenhäuser und sanierte Neubaublöcke das Bild des beschaulichen Stadtteils. Die Straßen tragen, bis auf wenige Ausnahmen, die Namen von Vogelarten, wie beispielsweise die zentral gelegene „Kranichstraße“. Das Albert-Einstein-Gymnasium, das größte Gymnasium der Stadt, befindet sich im Osten des Stadtgebiets. Unweit davon entfernt hat die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde „St. Michael“ ihren Sitz.

[Bearbeiten] Stadtgebiet Süd (mit Südstadt, Fünfeichen)

Die Südstadt ist ein südlich der Innenstadt gelegener Stadtgebietsteil. Ihr Erscheinungsbild wird von Altneubauten der frühen 1960er Jahre sowie durch eine Reihe von Hochhäusern aus den 1970er und 1980er Jahren (direkt an der B 96 Richtung Berlin) geprägt. In dem ca. 7000 Einwohner zählenden Stadtgebiet befinden sich u.a. das Sportgymnasium, weitere Schulen und Kindergärten, die städtische Schwimmhalle sowie der Sitz der Neubrandenburger Stadtwerke. Zur Südstadt gehört auch ein Teil des Kulturparks.

Der Stadtgebietsteil Fünfeichen ist aus einem früheren Gutshof entstanden und beherbergt heute neben einigen Wohnhäusern vor allem die Kasernenanlage des dort stationierten Fernmeldebataillons der Bundeswehr. — Zur Thematik des Kriegsgefangenen- bzw. Speziallagers Fünfeichen bitte den entsprechenden Artikel beachten.

Die Oststadt ist der mit rund 16.000 Einwohnern größte Stadtgebietsteil von Neubrandenburg. Sie ist ein Wohnviertel mit über 8.700 Wohnungen in größtenteils sanierten Plattenbauten (1970 bis 1989 gebaut) und Eigenheimsiedlungen. In der Oststadt befinden sich mehrere Schulen, das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, das Einkaufszentrum Lindetalcenter, die beiden städtischen Friedhöfe (Neuer Friedhof und Waldfriedhof) und, im Randgebiet der Stadt, größere Industriegebiete. Mit dem Ihlenpool hat die Oststadt sogar einen eigenen kleinen Teich, der Einwohnern und Besuchern als Naherholungsgebiet dient.

An die Oststadt grenzen die ehemaligen Ausbauten (heute Eigenheimsiedlungen) Carlshöhe und Fritscheshof sowie das eingemeindete Dorf Küssow, ein kleiner Ort mit idyllischer Kirchenruine. In Küssow befindet sich eine der größten Kleingartenanlagen Neubrandenburgs, die von fünf verschiedenen Kleingartenvereinen betrieben wird.

Das Datzeviertel, zu dem vor allem der „Datzeberg“ gehört, liegt auf einem nördlich der Innenstadt gelegenen Hügel und ist nach einem kleinen Flüsschen am Fuße des Berges benannt. Gegen Ende der 1970er Jahre (Fertigstellung des ersten Wohnblocks 6. März 1978) entstand hier ein typisches DDR-Neubaugebiet mit sieben Hochhäusern mit 14 Stockwerken sowie vorwiegend fünfstöckigen Plattenbauten mit zusammen 3.474 Wohnungen für ca. 10.000 Menschen. Es umfasste weiterhin drei Polytechnische Oberschulen (19., 20. und 21. POS), eine HO-Kaufhalle und diverse Dienstleistungseinrichtungen. Mit der Innenstadt und den weiteren Stadtteilen war es durch einige Buslinien verbunden. Seit 1993 wurden das Wohnumfeld im Viertel im Rahmen der Städtebauförderung verbessert und Wohnungen saniert. Es folgte ein weiterer Stadtumbau ab 2003. Viele Plattenbauten wurden und werden abgerissen oder zurückgebaut.

Nördlich vom Stadtzentrum liegt das Reitbahnviertel. Hier entstanden in den 1980er Jahren 3.033 Wohnungen in Plattenbauweise für über 7500 Menschen. Seit 1993 wurde das Wohnumfeld im Viertel im Rahmen der Städtebauförderung verbessert und die Wohnungen saniert. Es folgte ein weiterer Stadtumbau ab 2003.

Direkt östlich der Innenstadt liegt das Katharinenviertel. Es ist mit 2.951 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2008) das kleinste Viertel der Stadt. In diesem Stadtgebiet befinden sich u.a. das kommunale Kino „Latücht“, die Musikschule und die Neue katholische Kirche. Vom Katharinenviertel aus kommt man direkt in das Waldgebiet Mühlenholz im Landschaftsschutzgebiet Lindetal. Dort befindet sich auch die Hinterste Mühle, ein historisches Gelände inmitten der Natur mit einem Streichelzoo, Naturlehrpfaden, Pferdehof und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche, das als Ausflugsziel sehr beliebt ist.

Das Stadtgebiet West ist neben dem Stadtgebiet Ost und dem Reitbahnviertel eines der größten Stadtgebiete. Hier leben ca. 9.000 Menschen in zum Teil siebenstöckigen, größtenteils sanierten Plattenbauten aber auch in Ein- oder Mehrfamilienhäusern (Broda, Weitin). In der Weststadt gibt es das Einkaufscenter Oberbach-Zentrum und weitere Geschäfte. Die Hochschule Neubrandenburg hat hier ihren Sitz. Das in diesem Stadtgebiet liegende Rostocker Viertel liegt in der Nähe des Tollensesees direkt am Oberbach, einem der größeren dem See entspringenden Flüsse. Im Stadtgebiet West ist der Sportclub Neubrandenburg (SCN) ansässig. Die Kanuten trainieren regelmäßig auf dem Oberbach und dem Tollensesee.

Zum Stadtgebiet West gehören die ehemaligen Dörfer Weitin und Broda. Broda (westslawisch: Furt, Ort an der Furt) ist ein mittelalterlicher Fährort am Nordufer des Tollensesees und war zugleich Bezeichnung für ein Kloster (Kloster Broda) des Prämonstratenser-Ordens. Nach der Säkularisation des Klosters Mitte des 16. Jahrhunderts wurde es herzoglich mecklenburgisches Verwaltungsamt, das kurz vor 1800 aufgelöst wurde. Jetzt werden die Wohngebiete unterteilt in Broda Dorf, Broda Höhe und Broda Holz.

Gemäß der Entscheidung des Landtags am 5. April 2006 sollte es im Zuge der Kreisgebietsreform Mecklenburg Vorpommern 2009 ab dem 1. Oktober 2009 einen „Großkreis Mecklenburgische Seenplatte“ mit der Kreisstadt Neubrandenburg geben. Dieser Großkreis sollte die bisherigen Landkreise Müritz, Demmin und Mecklenburg-Strelitz sowie die bisherige kreisfreie Stadt Neubrandenburg umfassen. Nach dem Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 konnte das Reformgesetz als mit der Verfassung des Landes unvereinbar nicht umgesetzt werden.[5] Mit Beschluss den Landtages vom 7. Juli 2010 wurde das „Gesetz zur Schaffung zukunftsfähiger Strukturen der Landkreise und kreisfreien Städte des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Kreisstrukturgesetz)“ angenommen, das die Bildung eines Landkreises Mecklenburgische Seenplatte mit dem Kreissitz in Neubrandenburg anordnete.[6] (Siehe dazu: Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011)

Teilweise frei komponierte Stadtansicht Neubrandenburgs von Nordosten[7], Caspar David Friedrich, um 1816–1817

Namensgebend für die Stadt waren die Mutterstadt Brandenburg an der Havel sowie die ehemalige Mark Brandenburg, deren Name sich von Brennaburg (939) Brendanburg (948) zu Brandenburg (965) wandelte. Die von Widukind überlieferte Namensform könnte gedeutet werden für das altpolabische Wort Brenna, also für Schlamm, Ton oder Lehm. Aber auch das niederdeutsche Wort brennen in der Form Brand(e) als Brand(e)(en)burg kann die Bedeutung des Namens erklären.

Latinisiert wurde die Stadt 1248 als Brandenborch Nova gegründet und 1259/1261 als Brandenburg Nowa erwähnt. Als niederdeutsche Namensform ist von 1299 Nygen Brandenburg, von 1304 Nyen Brandenborch und von 1439 Nyenbrandenborch überliefert.[8] Im niederdeutschen Sprachgebrauch sind Nigen-Bramborg oder verkürzt Bramborg überliefert.[9]

Der Ortsname wird in historischen Dokumenten bis ins frühe 20. Jahrhundert häufig als Neu-Brandenburg, N. Brandenburg oder Brandenburg genannt.

Am 18. August 1170 wurde bei der Wiederherstellung des Havelberger Domstifts von Herzog Kasimir I. von Pommern im jetzigen Stadtgebietsteil Broda ein Kloster gegründet, um die Christianisierung der ansässigen slawischen Bevölkerung zu beschleunigen. Baubeginn der Klosteranlage kann nach neuesten Forschungen jedoch kaum vor 1240 gewesen sein, er geht der Stadtgründung von Neubrandenburg also unmittelbar voraus.

Die Gründung von Neubrandenburg erfolgte am 4. Januar 1248 per Stiftungsbrief von Markgraf Johann I. von Brandenburg.[10] Ob dabei tatsächlich ein Mitglied des uradeligen Geschlechts von Raven beteiligt oder gar ein sächsischer Ritters Ehrhardt Rave der Initiator gewesen ist, wie es eine uralte Legende behauptet[11], bleibt ungewiss. Als Name des Lokators nennt die Gründungsurkunde lediglich einen markgräflichen Vasallen Herbord, dem man erst Jahrhunderte später den Geschlechtsnamen von Raven zuordnete, ohne dass es dafür irgendwelche stichhaltigen Belege gegeben hätte. Die Ansiedlung des Franziskanerordens in Neubrandenburg bald nach der Jahrhundertmitte wird neuerdings als ein Indiz für eine besondere Funktion oder herausragende Stellung der Stadt unter den askanischen Markgrafen gewertet.

Nach der Gründung der Stadt blieben die Bürger Neubrandenburgs knapp sechs Jahre lang abgabenfrei und hatten verschiedene andere Vergünstigungen. Von einer Stadtbefestigung ist zunächst keine Rede. Die erste Nachricht über eine provisorische, hölzerne Wehranlage oder die Absicht der Neubrandenburger, eine solche zu errichten, findet sich in einer Urkunde von Markgraf Otto III. von Brandenburg aus dem Jahre 1261. Man nutzte dafür, was zur Verfügung stand: Holz, Erde und Wasser. Ein palisadenähnlicher Zaun, umgeben von Erdwällen und Wallgräben bildete den ersten Schutzgürtel. Da diese hölzerne Wehranlage schon bald nicht mehr ausreichenden Schutz bot, ersetzte man später den eichenen Plankenzaun durch eine steinerne Stadtmauer. Der genaue Zeitpunkt von deren Baubeginn ist jedoch nicht überliefert. Man vermutet in Anlehnung an Überlieferungen aus Friedland, dass mit dem Bau bald nach 1300 begonnen wurde. Gestützt wird diese Vermutung durch Ergebnisse dendrochronologischer Untersuchungen von Hölzern aus verschiedenen Stadttoren.

Das Friedländer Tor, hier die Feldseite des Vortores, gilt als älteste Toranlage der Stadt

Ab etwa 1300 wurde auch der Bau von drei als Dipylon ausgelegten steinernen Stadttoren in Angriff genommen, die vermutlich schrittweise ältere Holzkonstruktionen ersetzten. Die Backsteinbauten der älteren drei Tore sind alle nach gleicher Art angelegt: Im Verlauf der Stadtmauer steht auf annähernd quadratischem Grund ein Torturm ohne Seitenbauten, im Zuge des äußeren Walles steht ein Außentor, mit dem Innentor durch Verbindungsmauern zu einer in sich allseitig geschlossenen Torburg zusammengefasst. Die Wehranlagen bestehen aus einem annähernd kreisrunden, doppelten System aus Erdwällen und Gräben, die allerdings nur teilweise geflutet werden konnten, und der steinernen Mauer, welche mit 54 (in der Literatur schwankt die Zahl zwischen 52 und 56) Wiekhäusern besetzt war. Später versuchte man die Wehrhaftigkeit der Stadt durch zwei Türme zu verstärken, die die Mauer überragten (einer stürzte 1899 ein). Anfangs führten nur drei Tore in die Stadt, später erbaute man aus verkehrstechnischen Gründen ein viertes Stadttor. Um den natürlichen Schutz zu erhöhen und die früher so lebenswichtige Wasserversorgung der Stadt zu sichern und Mühlen vor den Toren der Stadt anlegen zu können, wurden zusätzlich umfangreiche Wasserbauten ausgeführt.

Neubrandenburg – Detail der Stadtmauer mit Resten eines Wiekhauses

Wichtiger Zentralort blieb Neubrandenburg auch, als die Stadt 1298 mit der Herrschaft Stargard in die Hand der Mecklenburger gelangte und mit dieser ab 1347 schließlich als Reichslehen zum Besitz der Fürsten, Herzöge, zuletzt Großherzöge zu Mecklenburg zählte. Seit dem Spätmittelalter gehörte Neubrandenburg neben Güstrow und Parchim zu den wichtigsten Verwaltungszentren des mecklenburgischen Binnenlandes. Im 14. und 15. Jahrhundert war die Stadt Hauptresidenz des (Teil-) Herzogtums Mecklenburg-Stargard. Als Vorderstadt des Stargardischen Kreises hatte die Stadt im Rahmen der landständischen Verfassung Mecklenburgs unmittelbaren Einfluss auf die Landesverwaltung, ihre Bürgermeister zählten im altmecklenburgischen Ständestaat zu den ranghöchsten Politikern.

Bereits 1523 predigte der Stralsunder Johann Berckmann mit herzoglicher Hilfe in Neubrandenburg die lutherische Lehre. Das bedeutende und seit Stadtgründung bestehende Franziskanerkloster hielt sich bis etwa 1552 in der Stadt. Selbst der Guardian war übergetreten.

1631 wurde die befestigte Stadt von kaiserlichen Truppen der katholischen Allianz unter General Tilly erobert und verwüstet. Hunderte Menschen wurden gefoltert, gequält und ermordet, Kirchen und Wohnhäuser ausgeraubt und zerstört. Selbst das Kircheninnere bot der wehrlosen Bevölkerung keinen Schutz. Noch Jahrhunderte später waren diese Ereignisse als Schreckenstage der Stadtgeschichte im Lebensalltag der Menschen präsent. Infolge des Dreißigjährigen Krieges musste Neubrandenburg 1671 als einzige mecklenburgische Stadt den Stadtkonkurs anmelden. Es brauchte mehr als eineinhalb Jahrhunderte, ehe sich Neubrandenburg von den Kriegsfolgen allmählich erholt hatte. Noch im 18. Jahrhundert lagen in Hauptverkehrsstraßen der Altstadt einzelne Hausgrundstücke wüst oder wurden temporär als Gärten genutzt.

Palais Neubrandenburg, um 1900 (1945 zerstört)

Verheerende Stadtbrände vernichteten 1676 und 1737 große Teile der historischen Bausubstanz. Seit Ende der 1730er Jahre entstanden nunmehr alle markanten Gebäude, die neben den mittelalterlichen Wehrbauten das Bild der Altstadt bis 1945 prägten. Dazu gehörte ein spätbarockes Rathaus als Mittelpunkt des zentralen Marktplatzes nach Entwürfen des herzoglichen Hofbaumeisters Christoph Julius Löwe. Nachdem die Wahl zur fürstlichen Hauptresidenz des 1701 neu gebildeten (Teil-) Herzogtums Mecklenburg-Strelitz noch am Bürgerstolz der Neubrandenburger gescheitert war, belebte Herzog Adolf Friedrich IV. die mittelalterliche Residenzstadtfunktion Neubrandenburgs in der zweiten Hälfte seiner Regierungszeit neu. Ab 1774 entstand direkt auf dem Marktplatz ein fürstliches Residenzschloss (in Neubrandenburg traditionell als „Palais“ bezeichnet, seit den 1920ern in städtischem Besitz und vor der Zerstörung 1945 teilweise museal genutzt).

Alljährlich während der Sommermonate wurde die Stadt fortan zum Mittelpunkt des höfischen Lebens im kleinen Landesteil Mecklenburg-Strelitz. Der landestypisch bescheidene Glanz monarchischer Prachtentfaltung endete dann allerdings mit dem Tod des Herzogs. Heute kündet nur noch das Schauspielhaus, der älteste erhaltene Theaterbau in Mecklenburg-Vorpommern, von dieser Glanzzeit der Stadtgeschichte.

Trotz äußerem Schein blieb die wirtschaftliche Grundlage des Lebens dürftig. Der Niedergang des Landes im Dreißigjährigen Krieg, die Lage in einem der am dünnsten besiedelten Gebiete Deutschlands, vor allem aber der Fortbestand der landständischen Verfassung in Mecklenburg bis 1918 hemmten die Entwicklung der Stadt nachhaltig. Neben der Eigenversorgung beschränkte sich die wirtschaftliche Bedeutung Neubrandenburgs in der Folgezeit im Wesentlichen auf Nahmarktfunktionen für das Umland. Die Industrialisierung setzte im 19. Jahrhundert nur zögernd ein. Verarbeitungsbetriebe für landwirtschaftliche Erzeugnisse entstanden, Eisengießereien und Maschinenbaufabriken produzierten für Agrarbetriebe aus dem Umland. Weithin berühmt waren jedoch Neubrandenburger Pferde- und Wollmärkte.

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts festigte sich die Rolle Neubrandenburgs als Vorderstadt und politisches Zentrum innerhalb des Verfassungssystems des altmecklenburgischen Staates. Die förmliche Inthronisation neuer Herrscher im Strelitzschen Landesteil, vollzogen nach alten Gebrauch durch den „Handschlag“ (d. h. den Treueeid) der Ritter- und Landschaft, wurde traditionell in Neubrandenburg zelebriert. Hier trafen sich auch die parlamentarischen Gremien und es blieb bis zum Ende der Monarchie der Sitz ihrer Kreisbehörde.

1770 fand in Neubrandenburg die letzte öffentliche Hinrichtung statt (Goethe war 21 Jahre alt, als man in Neubrandenburg noch immer „räderte“).

Den Anschluss an die Moderne ermöglichte der Beitritt beider mecklenburgischer Landesteile zum Norddeutschen Bund. 1863 wurde die Tor- und Zollsperre aufgehoben. 1864 erhielt Neubrandenburg Bahnanschluss, 1867 begann der Betrieb auf der Linie Lübeck-Stettin, 1877 folgte die Linie Berlin-Stralsund. In der Stadt erwachte eine rege Bautätigkeit. In der Altstadt wurden vielfach alte Fachwerkbauten saniert oder durch Neubauten ersetzt. Zugleich wuchs die Stadt zügig über den mittelalterlichen Mauerring hinaus. Mit besonderer Sorgfalt bemühte man sich im 19. Jahrhundert, die längst schadhaft gewordenen mittelalterlichen Wehrbauten instand zu setzen und ganz nach dem historistischen Zeitgeschmack noch schöner erstrahlen zu lassen als je zuvor. Vor allem diese Leistungen früher Denkmalpflege in Neubrandenburg haben die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Stadt heute die am besten und vollständigsten erhaltenen mittelalterlichen Wehranlagen in ganz Norddeutschland präsentieren kann.

Eine jüdische Gemeinde bildete sich in Neubrandenburg um 1864. Die rasch steigende Mitgliederzahl führte 1877 zum Bau einer aufwändig orientalisch gestalteten Synagoge in der (heutigen) Poststraße. Bis zur Jahrhundertwende hatte die traditionelle Ausgrenzung der Juden in Neubrandenburg aufgehört und jüdische Mitbürger – vor allem Kaufleute – unterschieden sich nicht mehr von anderen Bewohnern der Stadt. Seit 1914 war Neubrandenburg Sitz der israelitischen Landesgemeinde von Mecklenburg-Strelitz, jedoch blieb der Anteil jüdischer Mitbürger an der Stadtbevölkerung, wie überall in Mecklenburg, gering.

Luftbild der unzerstörten Altstadt von Neubrandenburg (Blick von Südwesten), um 1943

Obwohl die Nationalsozialisten im landwirtschaftlich geprägten Norden schon seit den 1920ern eine wachsende Anhängerschaft verzeichnen konnten, setzte antisemitische Propaganda in Neubrandenburg vergleichsweise spät ein, erst nach dem Wahlsieg der NSDAP als führende politische Kraft. Sie unterschied sich fortan jedoch kaum von zeittypischen Vorgängen wie überall im Reich. In der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni 1933 fand auf dem Marktplatz eine Bücherverbrennung statt, die in Nachahmung der „Aktion wider den undeutschen Geist“ der Deutschen Studentenschaft von der örtlichen NSDAP organisiert wurde, deren Ortsgruppenführer auch die Hauptrede hielt. Nach Abwanderungen zahlreicher Familien lebten 1938 noch 15 Einwohner jüdischer Herkunft in Neubrandenburg. In der Reichspogromnacht (1938) steckte der SA-Mann Klaus Reinke die Synagoge in Brand. Die Feuerwehr ließ sie ausbrennen und verhinderte lediglich ein Übergreifen der Flammen auf die anliegenden Häuser. Auch die Neubrandenburger Presse trug zur antisemitischen Hetze bei, indem sie unter anderem Schilder an Eingangstüren von Geschäften forderte, die Juden den Zutritt untersagten. Unter nationalsozialistischem Druck verzichtete die jüdische Gemeinde schließlich 1940 auf das Erbpachtrecht an ihrem Bestattungsplatz am Ende der Scheunenstraße vor dem Friedländer Tor und stimmte dessen Auflassung zu. Die nationalsozialistische Presse bejubelte die Verlegung des jüdischen Friedhofs mit den Worten: „Damit verschwindet ein Schandfleck im Stadtbild!“. Die vorhandenen Gräber wurden auf den sogenannten Alten Friedhof umgebettet, später baubedingt nochmals in einen anderen Friedhofsteil verlegt und mit ihm in den 1980er Jahren schließlich ganz aufgelassen. Während bei der Beräumung des Friedhofs nahezu alle erhaltenen Grabmale Neubrandenburger Bürgerfamilien vernichtet wurden, sorgte der um die Stadtgeschichte sehr verdiente Steinmetzmeister Dassow dafür, dass wenigstens die noch vorhandenen jüdischen Grabsteine erhalten blieben.[12]

Ab 1933 wurde Neubrandenburg zunehmend als Militärstandort ausgebaut; 1936 entstand der Fliegerhorst Trollenhagen, 1938 die Panzerkasernen im Süden der Stadt und 1940/41 eine Torpedoversuchsanstalt auf dem Tollensesee. Auch konnten sich diverse Rüstungsbetriebe etablieren wie z.Bsp. ab 1935 die ursprünglich in Berlin-Britz ansässige Firma Curt Heber (später Mechanische Werkstätten Neubrandenburg (MWN)), die u. a. Bombenabwurfgeräte produzierte. Im Zuge dieser Entwicklung stieg die Einwohnerzahl Neubrandenburgs auf 20.000.[13] Seit 1939 war Neubrandenburg, aus dem Landkreis Stargard ausgegliedert, kreisfreie Stadt mit Sonderstatus.

Im April 1943 wurden die ersten 200 weiblichen Gefangenen aus dem KZ Ravensbrück zur Zwangsarbeit in die Mechanische Werkstätten deportiert. Die Gefangenen wurden nachts zunächst in einer leer stehenden Fabrikhalle eingesperrt. Das Barackenlager Ost in der Ihlenfelder Vorstadt, in dem osteuropäische Zwangsarbeiter der MWN untergebracht waren, wurde nun schrittweise geräumt und zu dem größten Außenlager des KZ Ravensbrück ausgebaut. Im August 1944 waren circa 5.000 weibliche KZ-Gefangene in diesem so genannten Stadtlager interniert. Es wurde nun geteilt, und ein zweites Außenlager entstand in einem Waldgebiet zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz, das so genannte Waldbau-Lager. Am Kriegsende waren ca. 7.000 weibliche Gefangene in diesen beiden Lager interniert.[14] Im Januar 1945 wurden außerdem 200 männliche KZ-Häftlinge in der Fabrik eingesperrt. In dem unterirdischen Waldbau-Lager sollte die Produktion der MWN vor Alliierten Luftangriffen geschützt werden. In den letzten Kriegswochen musste die Produktion aber eingestellt werden, und die Gefangenen wurden zu Schanzarbeiten rund um Neubrandenburg gezwungen. Misshandlungen durch SS-Aufseherinnen und die Wachmannschaften waren alltäglich. Bis heute liegen keinerlei genaue Zahlen darüber vor, wie viele Gefangene in Neubrandenburg verstarben. Ein Großteil der kranken KZ-Häftlinge wurde in das KZ Ravensbrück deportiert und verstarb dort.[15]

Am 29. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde Neubrandenburg ohne Widerstand oder nennenswerte Kampfhandlungen von der Roten Armee eingenommen. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurde die Stadt Opfer von Zerstörung und Brandschatzung, welche die historische Altstadt zu mehr als 80 Prozent vernichteten. Ein ähnliches Schicksal erlebten fast alle Städte im östlichen Mecklenburg und der angrenzenden Uckermark (z. B. Malchin, Friedland, Woldegk, Neustrelitz, Prenzlau, Gartz (Oder)). Etwa 600 Menschen begingen in dieser Zeit Selbstmord.

Die Verantwortung der Roten Armee für die Brandschatzung versuchte die SED-Propaganda in der Nachkriegszeit durch vielfältige Legenden zu vertuschen. So hieß es beispielsweise, dass sich in der Innenstadt einige Einheiten der Wehrmacht verschanzt hätten und die Stadt eine Kapitulation verweigerte (die Verteidigung der Stadt erfolgte durch das SS-Fallschirmjägerbataillon 600) oder dass der Umstand maßgeblich gewesen sei, dass Neubrandenburg die Geburtsstadt von Otto Ernst Remer war. Die moderne Stadtgeschichtsforschung konnte all diese Aussagen inzwischen zweifelsfrei als mehr oder weniger frei erfundene Propagandalügen belegen.

Die Geschichte der kriegsbedingten Lager in Fünfeichen bei Neubrandenburg zählt zu den schwärzesten Kapiteln der Stadtgeschichte. 1939 entstand auf dem Gelände des Gutes Fünfeichen ein Kriegsgefangenenlager „Stalag II A“. Geplant und gebaut für 10.000 Gefangene waren 1944 im Lager 20.000 Kriegsgefangene untergebracht.

Nach Kriegsende und Auflösung des Kriegsgefangenenlagers wurde Stammlager Neubrandenburg-Fünfeichen als Internierungs- und Speziallager des NKWD unter dem Namen „Speziallager Nr. 9“ weitergenutzt. Interniert waren fast ausschließlich Deutsche, die meist ohne Untersuchung festgenommen wurden, keine Verurteilten und keine Kriegsgefangenen. Darunter waren viele Jugendliche, die meist unschuldig unter dem Vorwurf standen, zum „Werwolf“ zu gehören. Bis zur Schließung des Lagers 1948 zählte man ca. 18.000 Internierte, von denen über 5.000, d. h. mehr als ein Viertel, an den Haftbedingungen gestorben sind. Der Höchststand lag im September 1946 bei 10.679 registrierten Häftlingen. Das sowjetische Lager gehörte zu den Tabuthemen in der DDR. 1993 wurde ein Mahnmal eingeweiht, zwei Gräberfelder sind zugänglich.[16]

Neubauten an der östlichen Marktplatzseite, 1959

Der Wieder- oder richtiger Neuaufbau des Stadtzentrums ab 1952 erfolgte in Neubrandenburg bis in die frühen 1960er Jahre hinein mit besonders hohem ästhetischem Anspruch. Das historische Straßenraster wurde weitgehend beibehalten. Die Neubebauung dieser Zeit nahm besondere Rücksicht auf die Wehrbauten des Mittelalters. Man bemühte sich, herausragende Bauformen aus dem historischen Stadtbild in den Neubauten zu zitieren und damit die Erinnerung an das zerstörte alte Stadtbild wach zu halten. Der Neubrandenburger Stadtkern erhielt im Zuge dieses Neuaufbaus ein völlig neues Gesicht. Gleichwohl findet diese Neubrandenburger Aufbauleistung in der Fachwelt zunehmend mehr Anerkennung und Wertschätzung.

Ab 1957 befand sich der Sitz des Kommandos des Militärbezirkes V (auch Militärbezirk Nord genannt) der Landstreitkräfte der NVA in Neubrandenburg.

Von 1952 bis 1990 war Neubrandenburg wiederum Verwaltungszentrum und Behördensitz – nunmehr des gleichnamigen Bezirkes der DDR, (bis 1968) zugleich als Kreisstadt des gleichnamigen Kreises Neubrandenburg sowie seit dem 1. Januar 1969 als kreisfreie Stadt mit einem Oberbürgermeister als Stadtoberhaupt (seit den 1930er Jahren bis 1946 besaß Neubrandenburg schon einmal einen Oberbürgermeister als Stadtoberhaupt).

Ziel war es, die Stadt weiter zum wirtschaftlichen und politischen Zentrum im Norden der DDR auszubauen. Dazu war ein Ausbau auf mindestens 100.000 Einwohner sowie die Ansiedlung zahlreicher Industriebetriebe vorgesehen. Als große Neubaugebiete mit typischen Plattenbauten entstanden seit Mitte der 1960er Jahren die Stadtgebiete Ost und West, der Datzeberg mit rund 3500 Wohnungen, das Reitbahnviertel mit rund 3000 Wohnungen sowie die Erweiterungen des Stadtgebiets Süd, u. a. um den Stadtgebietsteil Lindenberg. Industrieanlagen wurden erweitert oder neu errichtet, darunter ein Reifenwerk und ein Reparaturwerk für Militärtechnik sowie ein Containerbahnhof mit entsprechenden Abfertigungsanlagen.

Neubrandenburg wuchs zum Ende der 1980er auf etwas mehr als 90.000 Einwohner und ist trotz heute sinkender Einwohnerzahlen noch immer Oberzentrum und drittgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. 1989 wurde in Neubrandenburg eine Pädagogische Hochschule eröffnet, die in der darauf folgenden Zeit zur Fachhochschule umprofiliert wurde.

Nach 1991 wurde im Rahmen der Städtebauförderung mit der Sanierung des historischen Stadtkerns mit dem Schauspielhaus begonnen und der seit den 1970er Jahren laufende Wiederaufbau der Konzertkirche mit geänderten Prämissen fortgesetzt und zum Abschluss gebracht. Auch die Plattenbausiedlungen – vor allem das Reitbahnviertel und der Datzeberg sowie die Nordstadt mit der Ihlenfelder Vorstadt – wurden seit 1993 bzw. 1999 durch Programme zum Stadtumbau und zur „Sozialen Stadt“ erheblich verbessert.

Durch die Kreisgebietsreform 2011 verlor Neubrandenburg seine Kreisfreiheit und wurde am 4. September 2011 Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Mecklenburgische Seenplatte.

  • 1. Juli 1950: Gemeinde Broda
  • 1. April 1959: Gemeinde Küssow
  • 1. Juli 1961: Gemeinde Weitin
Einwohnerentwicklung als Diagramm dargestellt

Im Jahre 1989 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt Neubrandenburg mit über 90.000 ihren historischen Höchststand. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder stark gesunken. Seit der Wende in der DDR hat die Stadt wegen der hohen Arbeitslosigkeit und des Geburtenrückgangs bis 2008 mehr als 23.000 Einwohner verloren. Am 31. Dezember 2008 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Neubrandenburg nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Mecklenburg-Vorpommern 65.526 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Nach einem verminderten Rückgang 2009 konnte Neubrandenburg von Januar bis Dezember 2010 einen leichten Zuwachs von 264 Bürgern verzeichnen, von 64.962 auf 65.226 Einwohner. [17] [18]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1829 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik (bis 1989) und des Statistischen Landesamtes (ab 1990). Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Die Einwohner waren überwiegend evangelisch.[19][20]

Jahr Einwohner
1800 4.711
1829 6.002
1. Dezember 1875 ¹ 7.495
1. Dezember 1880 ¹ 8.406
1. Dezember 1885 ¹ 9.134
1. Dezember 1890 ¹ 9.323
1. Dezember 1900 ¹ 10.559
1. Dezember 1905 ¹ 11.443
1. Dezember 1910 ¹ 12.348
1. Dezember 1916 ¹ 10.828
5. Dezember 1917 ¹ 11.062
8. Oktober 1919 ¹ 12.606
16. Juni 1925 ¹ 13.675
16. Juni 1933 ¹ 15.181
17. Mai 1939 ¹ 21.833
1. Dezember 1945 ¹ 16.007
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 20.446
31. August 1950 ¹ 22.412
31. Dezember 1955 26.995
31. Dezember 1960 33.369
31. Dezember 1964 ¹ 37.939
1. Januar 1971 ¹ 46.087
31. Dezember 1975 64.011
31. Dezember 1981 ¹ 79.813
31. Dezember 1985 84.654
31. Dezember 1988 90.471
31. Dezember 1990 89.284
31. Dezember 1995 80.483
31. Dezember 2000 73.318
31. Dezember 2005 68.188
31. Dezember 2006 67.517
31. Dezember 2007 66.373
Jahr Einwohner
31. Dezember 2008 65.869
31. Dezember 2009 65.137
31. Dezember 2010 65.282

¹ Volkszählungsergebnis

Kommunalwahl 2009[21]
Wahlbeteiligung: 39,1 %
 %
40
30
20
10
0
30,6 %
29,2 %
21,4 %
7,0 %
4,4 %
3,3 %
2,7 %
1,5 %
keine
CDU
Linkeb
SPD
FDP
Grüne
NPD
Sonst.
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-1,0 %p
-0,8 %p
+1,3 %p
+1,5 %p
+1,5 %p
+3,3 %p
+2,7 %p
+0,1 %p
-8,4 %p
CDU
Linkeb
SPD
FDP
Grüne
NPD
Sonst.
Anmerkungen:
b 2004: PDS

Die Stadtvertretung der Stadt Neubrandenburg besteht aus 43 Abgeordneten. Seit der Wahl vom 7. Juni 2009 setzt sie sich wie folgt zusammen:

Partei Sitze
CDU 13
Die Linke 13
SPD 9
FDP 3
Grüne 2
NPD 1
Einzelbewerber 2

Die Stadt (Wahlkreisnummer 2) besteht aus 47 Wahlbezirken mit 56.902 Wahlberechtigten. Zur Wahl gingen 22.263 (39,1 %)(alle Daten aus 2009).

Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)

Das Wappen wurde am 11. Mai 1966 durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung bestätigt und unter der Nr. 40 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein rotes zweipfortiges, spitzbogiges Stadttor, bekrönt durch sechs Zinnen und zwei Spitztürme, zwischen denen ein blauer Kübelhelm mit rotem Adlerfluge steht.“

Das Wappen wurde 1994 neu gezeichnet.

Flagge

Die Stadtflagge zeigt auf silbernem (weißem) Untergrund die Figuren des Stadtwappens, die durch zwei senkrechte rote Streifen eingefasst werden. Die roten Streifen nehmen je ein Fünftel der Flaggenlänge ein. Die Länge der Flagge verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburg ist Paul Krüger. Die letzten Wahlen fanden am 18. Mai 2008 statt. Die Stichwahl zwischen Krüger und Hans-Joachim Schröder fand am 1. Juni 2008 statt, in welcher sich der Amtsinhaber mit 52 % zu 48 % gegen den Herausforderer durchsetzte.

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister seit 1889

  • 1889–1923: Adolf Pries, Bürgermeister
  • 1923–1933: Hubert Exss, Bürgermeister
  • 1933–1933: (N.N.) Lüder, Staatskommissar
  • 1933–1934: Ernst Retzlaff, Bürgermeister
  • 1934–1945: Walter Hamann, Bürgermeister, ab 1939 Oberbürgermeister
  • 1945–1945: Kurt Mücklisch, Oberbürgermeister
  • 1945–1950: Friedrich Schwarzer, Oberbürgermeister, ab 1946 Bürgermeister
  • 1950–1952: Charlotte Schlundt, Bürgermeisterin
  • 1952–1961: Walter Rösler, Bürgermeister
  • 1961–1963: Otto Prix, Bürgermeister
  • 1963–1967: Horst Jonas, Bürgermeister
  • 1967–1968: Ilse Höwe, Bürgermeisterin
  • 1968–1990: Heinz Hahn, Oberbürgermeister
  • 1990–1994: Klaus-Peter Bolick, Oberbürgermeister
  • 1994–2001: Gerd zu Jeddeloh, Oberbürgermeister
  • seit 2001: Paul Krüger, Oberbürgermeister

→ siehe auch Liste der Baudenkmale in Neubrandenburg

  • Neubrandenburg besitzt mit seiner Stadtmauer und den vier spätgotischen Toren eine nahezu vollständig erhaltene mittelalterliche Wehranlage aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Eingebettet in einen Stadtmauerring von etwa 2.300 Meter Länge und bis zu sieben Meter Höhe sind die vier Stadttore (Friedländer Tor, Stargarder Tor, Treptower Tor und Neues Tor), zahlreiche Wiekhäuser (Weich-, Wachhäuser) und der Fangelturm. Die aus rotem Backstein errichteten Tore gaben Neubrandenburg den Beinamen Stadt der vier Tore. Vor dem Zweiten Weltkrieg galt Neubrandenburg als Rothenburg des Nordens.
  • Die Hauptpfarrkirche St. Marien, 1298 geweiht, nach etlichen Bränden im 19. Jahrhundert durch Friedrich Wilhelm Buttel überformt, im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt und seit den 1970ern zum Konzertsaal umgebaut, ist heute als Konzertkirche international renommiert.
  • Das Franziskanerkloster mit Klosterkirche St. Johannis.
  • Das Schauspielhaus stammt von 1794 und ist das älteste erhaltene Theatergebäude Mecklenburg-Vorpommerns.
  • Die Vierrademühle, die seit der Stilllegung in den 1990er Jahren Ausstellungsräume des Regionalmuseums Neubrandenburg, Firmen und mehrere gastronomische Einrichtungen beherbergt.
  • Die Ravensburg im Burgholz, nahe dem Stadtteil Monckeshof, ist eine slawische Wehranlage.
  • Im Wohngebiet Oststadt befindet sich der erste jemals gebaute WBS 70-Block des Neubrandenburger Wohnungsbau-Kombinates, der inzwischen unter Denkmalschutz steht.

siehe Liste der Denkmäler, Brunnen und Skulpturen in Neubrandenburg

In der Innenstadt kann man von zwei hohen Aussichtsplattformen ganz Neubrandenburg überblicken:

  • vom Turm der Konzertkirche
  • von der obersten Etage des HKB-Turms

Lohnende Ausflugsziele in der näheren Umgebung erlauben Ausblicke auf die gesamte Stadt und die Landschaft der Umgebung:

  • das großherzogliche Belvedere am Westufer des Tollensesees
  • der Aussichtsturm Behmshöhe am Ostufer des Tollensesees
  • die Aussichtsplattform im Landschaftsgarten Broda im Westen der Stadt
  • Der Kulturpark Neubrandenburg südwestlich der Innenstadt hält vielfältige gastronomische und touristische Angebote bereit (Hotels, Gaststätten, Eisdielen, Gokart, Streichelzoo, Zirkus, Volksfeste) und ist die Verbindung von Innenstadt und Tollensesee (Fahrgastschiffahrt, Bademöglichkeiten am Strandbad Broda oder Augustabad, Bootsverleih).
  • Der Landschaftsgarten Brodaer Teiche ist ein ca. 40 ha großes Areal im Westen der Stadt, das als Ausflugsziel und Erholungsstätte sehr beliebt ist und Informationstafeln zur Botanik und Geologie, verschiedene Themenbereiche und eine Aussichtsplattform enthält. Im Jahr 2003 war hier ein Außenstandort der Internationalen Gartenschau Rostock.
  • Der Modellpark Mecklenburgische Seenplatte zeigt zahlreiche Modelle von Schlössern, Kirchen und anderen Bauwerken der Mecklenburgischen Seenplatte im Maßstab 1:25.
Konzertkirche (St. Marien)
Schauspielhaus Neubrandenburg
Stadtmauer mit Wiekhäusern
Fangelturm (Mönchenturm)
  • Regionalmuseum Neubrandenburg, eines der ältesten bürgerlichen Museen in Mecklenburg-Vorpommern (gegründet 1872)
  • Kunstsammlung Neubrandenburg (gegründet 1982)
  • Das wahrscheinlich kleinste Versicherungsmuseum der Welt wurde 2007 von der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe eröffnet.[22]
  • Das Schauspielhaus Neubrandenburg ist eine Spielstätte der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz. Auf dem Spielplan stehen vor allem Schauspiele aller Epochen und Genres, aber auch Musiktheaterinszenierungen mit kleiner Orchesterbesetzung, szenische Liederabende, Kammerkonzerte, Lesungen und vieles mehr. Der Theatersaal bietet 180 Zuschauern Platz, außerdem gibt es auch Kindervorstellungen auf der Probebühne und Soiréen im Theaterfoyer. Das 1787 als „Neues Komödienhaus“ erbaute Schauspielhaus ist das älteste erhaltene Theatergebäude in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2006 ist es Teil des von der EU anerkannten schützenswerten kulturellen Erbes und Mitglied von PERSPECTIV, der „Gesellschaft der historischen Theater Europas“.
  • Die Konzertkirche Neubrandenburg gilt seit der Eröffnung 2001 als einer der modernsten Konzertsäle des Landes. Sie ist die Stammspielstätte der Neubrandenburger Philharmonie, die hier jede Saison an die dreißig Konzerte gibt. Außerdem ist die Konzertkirche ein fester Spielort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Viele international renommierte Künstler und Orchester waren hier bereits zu Gast, wie etwa Kent Nagano, Hélène Grimaud oder Alfred Brendel. Seit einigen Jahren findet hier im Sommer das „NB JOT“ statt, ein Jugendorchesterfestival, zu dem junge Musiker aus ganz Europa in Neubrandenburg zu Gast sind. Im Jahr 2011 war die Konzertkirche einer der zentralen Veranstaltungsorte des Bundeswettbewerbes „Jugend musiziert“ in Neubrandenburg und Neustrelitz.
  • Jährlich stattfindende musikalisch-kulturelle Veranstaltungen in Neubrandenburg sind:
    • der Neubrandenburger Jazzfrühling - Im gesamten Stadtgebiet finden im März und April Konzerte und Veranstaltungen rund um den Jazz statt. Künstler und Bands treten sowohl im großen Konzertformat als auch in kleinen Sessions auf.
    • die Neubrandenburger Orgeltage - Die Kirchenmusik der St. Johanniskirche richtet jedes Jahr im Mai (2012 bereits zum 20. Mal) ein Orgelfestival aus, zu dem Organisten und andere Musiker eingeladen sind und in verschiedenen Ensembles und Projekten geistliche und weltliche Musik präsentieren.
    • das Neubrandenburger Jugendorchestertreffen („NB JOT“) - Seit 2004 sind im Juli Jugendorchester aus ganz Europa in der Konzertkirche zu Gast und musizieren gemeinsam mit berühmten Solisten und Dirigenten. Zum Abschluss gibt es jedes Jahr ein Gemeinschaftskonzert mit zuweilen mehr als 150 Musikern auf der Bühne.
  • Die Veranstaltungszentrum Neubrandenburg GmbH betreibt neben der Konzertkirche und dem Latücht drei weitere Veranstaltungsorte:
    • In der Stadthalle Neubrandenburg im Kulturpark finden zahlreiche, vielfältige Veranstaltungen statt, unter anderem wird sie für Musik-, Theater-, Tanz- und Sportveranstaltungen, festliche Bälle, Tagungen, Messen und Ausstellungen genutzt. Das Gebäude wurde im Jahr 1969 im Stil einer Hyparschalen-Konstruktion nach Plänen des zu DDR-Zeiten sehr renommierten Bauingenieurs Ulrich Müther errichtet.
    • Das Jahnsportforum im Kulturpark als größte Sporthalle der Stadt bietet neben sportlichen Großereignissen wie Leichtathletik-Meisterschaften, national im Fernsehen übertragenen Boxkämpfen oder Fußballturnieren auch Platz für Konzertveranstaltungen und Gastspiele berühmter Künstler, die die bis zu 5000 Plätze der Halle füllen.
    • Das Haus der Kultur und Bildung (HKB) direkt am Marktplatz wurde 1965 eröffnet und beherbergt neben der Regionalbibliothek und mehreren Vereinen und gastronomischen Einrichtungen auch einen großen Theatersaal, in dem bis Juni 2011 Theateraufführungen, Konzerte und Lesungen stattfanden. Der gesamte Gebäudekomplex wird seit Ende 2011 umgebaut, sodass unter anderem zwei neue Mehrzwecksäle für Ausstellungen, Messen und andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen werden.
  • Das Literaturzentrum Neubrandenburg im Brigitte-Reimann-Literaturhaus beherbergt ein Archiv und eine Ausstellung zum Leben und Werk der Schriftstellerin Brigitte Reimann, die ihre letzten Lebensjahre in Neubrandenburg verbrachte, und verwaltet die literarischen Nachlässe weiterer Autoren der Region. Außerdem finden hier Lesungen, Buchpremieren und literarische Diskussionsrunden statt.
  • Die Fritz Reuter Gesellschaft widmet sich dem Leben und Werk des niederdeutschen Literaten Fritz Reuter, der einige Jahre seines Lebens in Neubrandenburg verbrachte und hier seine wichtigsten Werke schuf. Mit wechselnden Ausstellungen, Lesungen und Gesprächsrunden im Neuen Tor bemüht sich die Gesellschaft um die Pflege der niederdeutschen Sprache und Literatur.
  • Jährlich im September und Oktober finden die von der Mecklenburgischen Literaturgesellschft und dem Nordkurier ausgerichteten Uwe-Johnson-Tage statt, in deren Rahmen Lesungen, Podiumsdiskussionen und Vorträge veranstaltet werden und der Uwe-Johnson-Literaturpreis vergeben wird.
  • Die Regionalbibliothek Neubrandenburg im Haus der Kultur und Bildung beherbergt neben einem großen Bestand an Belletristik, Sachbüchern, Magazinen und Non-Print-Medien einen Fachbereich für Kinder- und Jugendliteratur, eine Notenbibliothek sowie die größte Präsenzbibliothek mit Druckwerken und Zeitungen zur Landeskunde von Mecklenburg und Vorpommern nach den beiden Universitätsbibliotheken des Landes und der Landesbibliothek MV in Schwerin.
  • Im kommunalen Kino Latücht laufen Programme der anspruchsvollen Filmunterhaltung, mit Filmreihen wie etwa den Deutsch-Deutschen Filmwelten, Veranstaltungen zum Thema Gourmet und Film oder den DEFA-Filmreihen. Im Latücht findet jedes Jahr im Herbst das internationale Dokumentarfilmfestival "dokumentART" statt. Das Gebäude ist eine ehemalige katholische Kirche aus dem Jahr 1907 und wurde 1996 zum Kino- und Veranstaltungssaal ausgebaut.
  • Der Cinestar Neubrandenburg mit acht Kinosälen zeigt überwiegend aktuelle Filme.
  • Jedes Jahr am letzten Wochenende im August findet das Vier-Tore-Fest statt mit zahlreichen Veranstaltungen, Aktivitäten, gastronomischen Angeboten und Ausstellungen. Anlässlich des Stadtfestes ist traditionell die NDR-Sommertour mit einer abendfüllenden Open-Air-Show und musikalischen Gästen in Neubrandenburg zu Gast.
  • Traditionell wird jedes Jahr im Kulturpark zu Osterfest, zum Pfingstfest und zum Oktoberfest eingeladen.
  • Der Weberglockenmarkt ist der Neubrandenburger Weihnachtsmarkt und findet alljährlich von der ersten bis zur vierten Adventswoche in der Turmstraße und angrenzenden Bereichen auf dem Rathausvorplatz statt. Der Name des Weberglockenmarktes reflektiert die Sage von einem Weber, der am Weihnachtsabend nur durch den Klang einer Kirchenglocke von St. Marien den Weg durch den Schneesturm nach Neubrandenburg fand. Für die Vorweihnachtszeit wird außerdem auf dem Marktplatz eine Eislaufhalle errichtet.
  • Mehrere festliche Bälle finden alljährlich im Herbst in der Stadthalle statt. Neben dem Ball der Polizei ist vor allem der Philharmonieball ein festes Kulturereignis der Stadt, zu dem die Neubrandenburger Philharmonie in die zu wechselnden Themen geschmückte Stadthalle einlädt.

Neubrandenburg ist das Oberzentrum eines ca. 400.000 Einwohner zählenden Einzugsgebietes. In Bezug auf Bruttoinlandsprodukt (Quelle: Eurostat, 2007), Arbeitsplatzdichte (Quelle: IHK zu Schwerin, 2007) und Pro-Kopf-Steuereinnahmen nimmt die Stadt eine führende Position unter den kreisfreien Städten Mecklenburg-Vorpommerns ein. Neubrandenburg verfügt über eine Geothermische Heizzentrale und den weltweit modernsten geothermischen Wärmespeicher.[23] In Neubrandenburg sind namhafte Unternehmen des Fahrzeug- und Maschinenbaus ansässig. Als Beispiele für überregional bzw. international tätige Unternehmen aus Neubrandenburg seien hier genannt: De Mäkelbörger, SMW, Spheros, Telegate, Webasto, Weber-Maschinenbau, Weka-Holzbau. Eine wachsende Branche stellen Callcenter dar, die Stadt ist das Zentrum der Branche im Nordosten.[24] Neubrandenburg liegt innerhalb einer strukturschwachen Region. Die Arbeitslosigkeit ist vergleichsweise hoch, daraus folgend hat es in den Jahren seit der deutschen Wiedervereinigung große Abwanderungsbewegungen gegeben.

Neubrandenburg liegt 135 Kilometer nördlich von Berlin, 150 Kilometer östlich von Schwerin und 100 Kilometer südöstlich von Rostock. Bis zur Ostseeküste beträgt der kürzeste Abstand nur 60 Kilometer Luftlinie.

Östlich und nördlich von Neubrandenburg verläuft die A 20. Um die Innenstadt laufen die Bundesstraßen B 96 (Sassnitz – Stralsund und Neubrandenburg – Berlin – Zittau) und B 104 (Lübeck – Neubrandenburg – Stettin) in einem ca. vier Kilometer langen Kreisverkehr um das Stadtzentrum (Friedrich-Engels-Ring) zusammen. Im Westen der Stadt beginnt die B 192 (Neubrandenburg – Wismar) und acht Kilometer östlich der Stadt die B 197 (Neubrandenburg – Anklam).

In Neubrandenburg kreuzen die beiden Eisenbahnlinien Berlin – Stralsund in Nord-Süd-Richtung und Lübeck – Stettin in Ost-West-Richtung, wodurch der Neubrandenburger Bahnhof ein Umsteigepunkt von überregionaler Bedeutung ist. Weiterhin gibt es eine Nebenstrecke nach Friedland, auf der seit der Einstellung des regulären Personenverkehrs im Jahr 1994 noch gelegentlich Sonderzugfahrten angeboten werden. Bis 1945 war Neubrandenburg außerdem der Ausgangspunkt der Mecklenburgischen Südbahn Richtung Waren/Müritz – Parchim.

Das gesamte Stadtgebiet ist mit den Linienbussen gut zu erreichen. Vom zentralen Busbahnhof in direkter Nachbarschaft des Bahnhofs fahren elf Linien in alle Stadtviertel. Ebenfalls am Busbahnhof starten die regionalen Buslinien, die das Oberzentrum Neubrandenburg mit den Städten und Dörfern der Umgebung verbinden.

Auf dem Tollensesee wird von Mai bis September Fahrgastschifffahrt angeboten, als Rundfahrten und im Linienverkehr. Besonders beliebt ist die Fahrt bis in die benachbarte Lieps im Süden des Tollensesees, die inmitten des Naturschutzgebiets Nonnenhof liegt.

An der nördlichen Stadtgrenze, an der Landesstraße 35, befindet sich der Flughafen Neubrandenburg-Trollenhagen.

Neubrandenburg ist Garnisonsstadt. In der Tollensekaserne sind das Feldjägerbataillon 151 und das Wehrbereichsmusikkorps 1 der Bundeswehr stationiert. Das Fernmeldebataillon 801 der Bundeswehr ist in der Kaserne Fünfeichen stationiert. Mit dem Sozialgericht und dem Arbeitsgericht sind zwei Fachgerichte in der Stadt ansässig, außerdem sind mit dem Amtsgericht und dem Landgericht zwei Instanzen der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Neubrandenburg vertreten. Alle Gerichte befinden sich im Justizzentrum in der Nähe des Bahnhofs.

  • In Neubrandenburg erscheint montags bis samstags die regionale Tageszeitung Nordkurier, die hier auch ihren Hauptsitz (unweit der Innenstadt) und Druckort (auf dem Datzeberg) unterhält. Die Lokalredaktion (Neubrandenburger Zeitung) befindet sich ebenfalls in der Innenstadt, direkt im Marktplatzcenter. Weiterhin erscheinen in Neubrandenburg die kostenlosen Wochenblätter Anzeigenkurier (mittwochs) und Vier-Tore-Blitz (sonntags) sowie einige in größeren Abständen erscheinende Zeitungen und Magazine.
  • Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ist mit einem Regionalstudio in der Stadt vertreten, dem Haff-Müritz-Studio Neubrandenburg, in einer Villa nahe der Innenstadt.
  • In Neubrandenburg ist der Empfang des Fernsehsenders neu'eins - Dein Regionalfernsehen möglich, einem regionalen TV-Programm, das in Neubrandenburg, Neustrelitz, Waren (Müritz), Burg Stargard, Röbel und Umgebung über das Kabelnetz zu empfangen ist. Weiterhin betreiben die Neubrandenburger Stadtwerke seit 1992 den Stadt- und Infokanal tele.n.
  • Das Haff-Müritz-Studio Neubrandenburg des NDR ist auch für lokale Nachrichten auf dem Radiosender NDR 1 Radio MV verantwortlich.
  • Neubrandenburg hat einen eigenen Offenen Radiokanal der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, den Sender NB-Radiotreff 88,0. Der Sender hat seinen Sitz in der Innenstadt gegenüber dem Marktplatzcenter und ist auf der Frequenz 88,0 zu empfangen.
  • Grundschule Mitte „Uns Hüsung” (Europaschule), im Katharinenviertel
  • Grundschule West „Am See”, im Rostocker Viertel
  • Grundschule Ost „Hans Christian Andersen“ (Europaschule), in der Oststadt
  • Grundschule Nord am Reitbahnsee, im Reitbahnviertel
  • Grundschule Süd, in der Südstadt
  • Grundschule Datzeberg
  • BIP-Kreativitätsgrundschule, in der Ihlenfelder Vorstadt
  • Regionale Schule Mitte „Fritz Reuter“, im Katharinenviertel
  • Regionale Schule Ost „Johann Heinrich Voß“, in der Oststadt
  • Regionale Schule Nord, im Reitbahnviertel
  • Albert-Einstein-Gymnasium, im Vogelviertel
  • Sportgymnasium, Eliteschule des Sports (mit dem 2009 angegliederten ehemaligen Lessing-Gymnasium), im Kulturpark
  • Abendgymnasium, im Vogelviertel
  • Gymnasiale Klassenzüge an den Gesamtschulen (s. dort)
  • Integrierte Gesamtschule „Vier Tore“ (Europaschule), in der Südstadt
  • Evangelische Schule St. Marien, in der Innenstadt
  • Kooperative Gesamtschule „Stella“, im Reitbahnviertel
  • Landesschule für Körperbehinderte, im Nachtjackenviertel
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache - Sprachheilpädagogisches Förderzentrum, am Lindenberg
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung „Kranichschule“, im Vogelviertel
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung „Pestalozzischule“, im Katharinenviertel
  • Berufliche Schule für Wirtschaft & Verwaltung, auf dem Datzeberg
  • Berufliche Schule Wirtschaft, Handwerk und Industrie mit sonderpädagogischem Zweig, in der Ihlenfelder Vorstadt
  • Berufliche Schule am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, in der Oststadt
  • Evangelische Schule St. Marien, in der Innenstadt
  • BIP-Kreativitätsgrundschule, in der Ihlenfelder Vorstadt
  • Kooperative Gesamtschule mit Grundschule „Stella“, im Reitbahnviertel
  • Landesschule für Körperbehinderte, im Nachtjackenviertel
  • Berufliche Schule am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, in der Oststadt
  • Leistungsorientiertes Schulzentrum RegioGym „das andere gymnasium“ Neubrandenburg, in der Ihlenfelder Vorstadt
  • Schulstation „Das Boot“, in der Oststadt
  • Bildungsinstitut für Umweltschutz und Wasserwirtschaft Neubrandenburg e. V. (BUW), in der Oststadt
  • Hochschule Neubrandenburg, im Rostocker Viertel
  • Volkshochschule Neubrandenburg, im Katharinenviertel
  • Musikschulzweckverband „Kon.centus“ Neubrandenburg/Neustrelitz, im Katharinenviertel
  • Das Jahnsportforum ist Neubrandenburgs größte Sporthalle. Viele große Sportereignisse, darunter auch das jährlich stattfindende Fußball-Knabenturnier, werden hier ausgetragen.
  • Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion (10.000 Zuschauer) ist das größte Stadion in Neubrandenburg. Vorwiegend finden darin Leichtathletikveranstaltungen statt. Am 6. Juni 1986 stellte Jürgen Schult hier mit einer Weite von 74,08 m einen Weltrekord im Diskuswerfen auf. Am 9. Juli 1988 erreichte Gabriele Reinsch mit 76,80 m ebenfalls einen neuen Weltrekord.
  • Dem SC Neubrandenburg (SCN) gehören einige Olympiasieger und Top-Athleten an, wie der Kanadierfahrer Andreas Dittmer (mehrfacher Olympiasieger), Kajakfahrer Martin Hollstein (Goldmedaille im Kajak-Zweier in Peking 2008), die Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss, die Diskuswerferin Franka Dietzsch (mehrfache Weltmeisterin), die Läuferin Katrin Krabbe, die Siebenkämpferin Sonja Kesselschläger und der Kugelstoßer Ralf Bartels.
  • Der 1. FC Neubrandenburg 04 spielt derzeit in der Fußball-Oberliga Nordost. In der Saison 1964/65 spielte der Club unter dem Namen SC Neubrandenburg ein Jahr in der höchsten Spielklasse der DDR, der DDR-Oberliga. Zudem unterhält der Verein eine Frauenmannschaft, die seit der Saison 2009/2010 aus dem FFV Neubrandenburg heraus eingegliedert wurde. Nach Jahren in der 2. Bundesliga, kicken die Damen momentan in der Regionalliga.
  • Der SV Motor Süd Neubrandenburg wurde 1953 als BSG Motor Süd Neubrandenburg gegründet. 1990 wurde er in SV Motor Süd Neubrandenburg e. V. umbenannt. 1988 gab es zehn Sportsektionen mit fast 1.000 Mitgliedern, z. Zt. gibt es die drei Abteilungen Fußball, Kanu, Badminton sowie die allgemeine Sportgruppe mit insgesamt etwa 300 Mitgliedern.
  • Der SV Turbine Neubrandenburg bietet u. a. Cheerleading, Turnen, Le Parkour, Schach, Tischtennis, Klettern, Streetdance und Volleyball an.
  • Zu DDR-Zeiten existierten weitere Fußballvereine, wie z. B. die ASG Vorwärts Neubrandenburg, der LSV Neubrandenburg oder die ASG Vorwärts Fünfeichen.
  • In der Landesschule für Körperbehinderte Neubrandenburg trainiert die Rollstuhltanzgruppe Neubrandenburg.[25]
  • Der Freizeit- und Sportverein für Behinderte e.V. FSVB[26]
Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Neubrandenburg
  • Gottlob von Hacke: Geschichte der Vorderstadt Neubrandenburg. Band I: Vom Jahr 1248 bis 1711 (kein weiterer Band erschienen). Neubrandenburg 1783. (Digitalisat)
  • Franz Boll: Chronik der Vorderstadt Neubrandenburg. Neubrandenburg 1875. [Mehrfach nachgedruckt]
  • Wilhelm Ahlers: Historisch-topographische Skizzen aus der Vorzeit der Vorderstadt Neubrandenburg. Neubrandenburg 1876. [Mehrfach nachgedruckt]
  • Karl Wendt: Geschichte der Vorderstadt Neubrandenburg in Einzeldarstellungen. Neubrandenburg 1922. [1984 nachgedruckt]
  • Eleonore Wolf: Neubrandenburg. Chronologische Stadtgeschichte und Firmenportraits. (1995, 1997)
  1. Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 522 kB) (Hilfe dazu)
  2. www.neubrandenburg.de
  3. Nicht durch Kampfhandlungen oder einen Luftangriff, wie die DDR-Propaganda und nach ihr neuere Quellen die tatsächlichen Ereignisse irreführend zu rechtfertigen suchte.
  4. https://de.wiktionary.org/wiki/Nachtjackenviertel
  5. Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007
  6. Gesetz zur Neuordnung der Landkreise und kreisfreien Städte des Landes Mecklenburg-Vorpommern, 12. Juli 2010, http://mv.juris.de/mv/LNOG_MV_2010_rahmen.htm
  7. Das Gemälde zeigt die Stadtsilhouette Neubrandenburgs von Nordosten mit einigen markanten Gebäuden (Marienkirche im Bauzustand des frühen 19. Jahrhunderts) vor einer fiktiven Landschaftskulisse. In der Literatur allgemein bekannt ist es unter dem irrigen Titel „Neubrandenburg im Morgennebel“ (die Sonne würde demnach in Neubrandenburg im Westen aufgehen!).
  8. Ernst Eichler, Werner Mühlner: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Kochverlag, Rostock 2002.
  9. MUB, Nr. 600
  10. Gottlob von Hacke: Geschichte der Vorderstadt Neubrandenburg. Band I: Vom Jahr 1248 bis 1711. Neubrandenburg 1783 , S. 2
  11. MAUBACH, Peter ; KRÜGER, Dieter: Geschmäht und verfolgt : Juden in Neubrandenburg. - In: Neubrandenburger Mosaik Nr. 13 (1991), S. 36-45.
  12. Landkreis Mecklenburg-Strelitz (Hrsg.): Mecklenburg-Strelitz. Beiträge zur Geschichte einer Region. Friedland, 2001. S. 220 u. 297-298.
  13. Agnieszka Sieradzka: Vestiges of History. In: „Oś – Oświęcim, Ludzie, Historia, Kultura” 21, Sept. 2010, S. 13; Państwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau. Zeugnisse von Gefangenen. It was found in a glass jar buried 60 cm underground. It was buried by Polish doctors from the hospital in Stalag II A in Neubrandenburg. (Staatl. Museum Auschwitz)
  14. SCHWARTZ, Johannes; MEYER, Angelika: Neubrandenburg (Lager Ihlenfelder Straße und Lager Waldbau), in: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 4: Flossenbürg, Mauthausen, Ravensbrück, Verlag C.H. Beck oHG, München 2006, S. 575-582.
  15. A. Kaminsky: Orte des Erinnerns, Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR, Bonn 2007, 257ff.
  16. NB verzeichnet zartes Wachstum (Nordkurier)
  17. Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistisches Amt MV)
  18. Vgl. z.B. Meyers Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig und Wien 1908, S. 539--540.
  19. Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Band 13, Leipzig 1932, S. 290.
  20. Landeswahlleiter: Endgültiges Ergebnis - Stadt Neubrandenburg
  21. http://www.mecklenburgische.de/unternehmen/versicherungs-museum/
  22. Geothermie Neubrandenburg
  23. heise resale - Weiterer Callcenter-Betreiber siedelt sich in Neubrandenburg an
  24. Landesschule für Körperbehinderte LfK: Rollstuhltanzgruppe, abgerufen am 6. Dezember 2011
  25. Freizeit- und Sportverein für Behinderte e.V. abgerufen am 6. Dezember 2011
  • Literatur über Neubrandenburg in der Landesbibliographie MV
  • Literatur von Neubrandenburg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek


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Software Development Kit

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Ein Software Development Kit (SDK) ist eine Sammlung von Werkzeugen und Anwendungen, um eine Software zu erstellen, meist inklusive Dokumentation. Mit diesem ist es Softwareentwicklern möglich, eigene darauf basierende Anwendungen zu erstellen. Grundsätzlich gibt es zu jeder Programmiersprache auch ein Software Development Kit - bei interpretierten Sprachen kann dies jedoch identisch mit der Laufzeitumgebung sein.

Eine besondere Rolle nehmen SDKs für Betriebssysteme ein. Sie enthalten die notwendigen Compiler, Tools und Informationen, um für dieses überhaupt Software zu entwickeln. Basis hierfür ist eine sogenannte Toolchain.

Der Bezug eines SDK kann vom Softwarehersteller an die Einhaltung bestimmter Regeln, insbesondere die Wahrung der Vertraulichkeit gewisser Informationen (engl. Non-Disclosure Agreement), geknüpft werden. Oftmals wird das SDK jedoch zum freien Download auf Internetseiten angeboten.

Einige SDKs werden mit Lizenzen ausgeliefert, die verhindern sollen, dass die mit ihnen erstellte Software unter einer anderer, inkompatiblen Lizenz veröffentlicht wird. Zum Beispiel ist eine proprietäre SDK ungeeignet für die Entwicklung freier Software, während eine mit der GPL-lizenzierte SDK nicht für proprietäre Softwareentwicklung geeignet ist. SDKs mit der LGPL sind normalerweise sicher für proprietäre Softwareentwicklung [1]. Solche Lizenzfragen traten zum Beispiel bei Qt auf und resultierten u. a. in der Entwicklung der GNOME-Arbeitsumgebung als Ersatz für KDE.

Manche Hersteller verwenden andere Bezeichnungen als SDK - so z.B. das Java Development Kit JDK speziell für die Programmiersprache Java.

  • Toolkit
  • Programmierschnittstelle
  • Toolchain
  1. Heise News zu Lizenzen von Qt


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Softwaretechnik

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Die Softwaretechnik ist eine deutschsprachige Übersetzung des engl. Begriffs software engineering und beschäftigt sich mit der Herstellung bzw. Entwicklung von Software, der Organisation und Modellierung der zugehörigen Datenstrukturen und dem Betrieb von Softwaresystemen. Eine Definition von Helmut Balzert beschreibt das Gebiet als

Zielorientierte Bereitstellung und systematische Verwendung von Prinzipien, Methoden und Werkzeugen für die arbeitsteilige, ingenieurmäßige Entwicklung und Anwendung von umfangreichen Softwaresystemen.“ (Lit.: Balzert, S.36)

Softwaretechnik umfasst eine Vielzahl von Teilgebieten, die in ihrer Gesamtheit die Softwareentwicklung begleiten. Wichtig ist auch die experimentelle Untersuchung von Softwaretechnik, um ihren praktischen Nutzen zu messen und zu verbessern. Zur Beschreibung des „Standes der Technik“ des Fachgebiets gibt es verschiedene Ansätze, unter anderem den „Guide to the Software Engineering Body of Knowledge“ (SWEBOK) der IEEE Computer Society.

In erweitertem Sinn umfasst die Softwaretechnik – neben dem Entwickeln – auch das Betreiben der Software unter Nutzung der Informationstechnik.

Inhaltsverzeichnis

Aufgrund des hohen Aufwandes zur Erstellung und Wartung komplexer Software erfolgt die Entwicklung durch Softwareentwickler anhand eines strukturierten (Projekt-)Planes. Dieser Plan (das Vorgehensmodell) unterteilt den Entwicklungsprozess in überschaubare, zeitlich und inhaltlich begrenzte Phasen. Die Software wird somit Schritt für Schritt fertiggestellt. Die Phasen sind während des ganzen Entwicklungsprozesses eng miteinander verzahnt. In der Praxis werden auch Verfahren eingesetzt, welche die Mehrstufigkeit von Systemanalyse, Systemdesign/Konzept und anschließender Implementierung und Testen aufgeben, siehe z. B. unter Prototyping, Agile Softwareentwicklung.

Die Softwaretechnik beinhaltet den gesamten Prozess von der Identifizierung des Bedarfs bis hin zur Inbetriebnahme einer konkreten IT-Lösung, zum Teil auch darüber hinaus. Hauptgegenstand ist die Bereitstellung und Einführung einer Anwendungssoftware, teilweise zzgl. der benötigten Hardware und Netzwerke.

Die zu implementierende Software kann entweder eine Individualsoftware oder eine Kombination und Konfiguration von Standardsoftware sein.

Projekte werden oftmals von oder mit externen Dienstleistungsunternehmen, häufig aber auch als Eigenentwicklung geleistet. Dementsprechend vielfältig, auch abhängig von der Projektart, sind auch die Vorgehensweisen bei der Projektentwicklung: Von einer sehr strukturierten Herangehensweise, siehe Wasserfallmodell, über verschiedene Mischformen bis hin zu sehr flexiblen, offenen Methoden wie der Agilen Softwareentwicklung. Entsprechend wird auch zwischen Top-Down- und Bottom-Up-Ansätzen unterschieden.

Im Folgenden werden einige wichtige Aspekte und typische Stufen/Phasen der Projektentwicklung beschrieben, die in der Praxis mehr oder weniger ausgeprägt zum Tragen kommen.

Die Phasen und ihre Aufgabenstellungen sind in der folgenden Tabelle aufgeführt:

Kernprozesse

1. Planung

  • Anforderungserhebung
  • Lastenheft (Anforderungsdefinition)
  • Pflichtenheft (Mit technischen Ansätzen verfeinertes Lastenheft)
  • Aufwandsschätzung (z. B. mittels Function-Point-Verfahren oder COCOMO)
  • Vorgehensmodell

2. Analyse

  • Auswertung
  • Mock-up
  • Prozessanalyse / Prozessmodell
  • Systemanalyse
  • Strukturierte Analyse (SA)
  • Objektorientierte Analyse (OOA)

3. Entwurf

  • Softwarearchitektur
  • Strukturiertes Design (SD)
  • Objektorientiertes Design (OOD)
  • Unified Modeling Language (UML)
  • Fundamental Modeling Concepts (FMC)

4. Programmierung

  • Normierte Programmierung
  • Strukturierte Programmierung
  • Objektorientierte Programmierung (OOP)
  • Funktionale Programmierung

5. Validierung und Verifikation

  • Modultests (Low-Level-Test)
  • Integrationstests (Low-Level-Test)
  • Systemtests (High-Level-Test)
  • Akzeptanztests (High-Level-Test)

Unterstützungsprozesse

6. Anforderungsmanagement

7. Projektmanagement

  • Risikomanagement
  • Projektplanung
  • Projektverfolgung und -steuerung
  • Management von Lieferantenvereinbarungen

8. Qualitätsmanagement

  • Capability Maturity Model
  • Spice (Norm) (Software Process Improvement and Capability Determination)
  • Incident Management
  • Problem Management
  • Softwaremetrik (Messung von Softwareeigenschaften)
  • statische Analyse (Berechnung von Schwachstellen)
  • Softwareergonomie

9. Konfigurationsmanagement

  • Versionsverwaltung
  • Änderungsmanagement / Veränderungsmanagement
  • Release Management
  • Application Management (ITIL)

10. Softwareeinführung

11. Dokumentation

  • Technische Dokumentation
  • Softwaredokumentation
  • Software-Dokumentationswerkzeug
  • Betriebsdokumentation (Betreiber/Service)
  • Bedienungsanleitung (Anwender)
  • Geschäftsprozesse (Konzeption der Weiterentwicklung)
  • Verfahrensdokumentation (Beschreibung rechtlich relevanter Softwareprozesse)

Die oben genannten Teilschritte der Softwareentwicklung werden nicht zwangsläufig bei jedem Projekt komplett durchlaufen. Vielmehr werden einzelne Prozesse spezifisch für die jeweilige Anforderung gewählt. Dies ist aus Sicht der Kosten- und Verwaltungsreduzierung notwendig.

Der gesamte Prozess einer Projektentwicklung unterliegt meist einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Projektmanagement. Im Falle der Realisierung durch einen IT-Dienstleister wird meist sowohl auf Auftraggeber- als auch auf Auftragnehmer-Seite ein jeweils eigenständiges Projektmanagement betrieben. Um Konflikte zwischen den beiden Projektleitern aufzulösen, wird dem übergeordnet oftmals noch ein aus dem Management von Auftraggeber und Auftragnehmer zusammengesetztes Kontrollgremium (Project Board) eingesetzt.

Typischerweise wird für größere Projekte auch ein größerer Projektmanagement-Aufwand betrieben, während mittlere oder kleinere Projekte häufig „nebenbei“ abgewickelt werden.

In allen Phasen der Projektentwicklung ist das IT-Consulting (oder auf Deutsch „Konzeptionen und Beratung“) durch externe Beraterfirmen üblich.

Das Qualitätsmanagement innerhalb des Projekts wird als Teilbereich des Projektmanagements verstanden.[1] Es umfasst die Teilgebiete:

  • Qualitätsplanung, das heißt Identifizierung der für das Projekt relevanten Qualitätskriterien und der Methoden, mit denen sie erfüllt werden können.
  • Qualitätssicherung, das heißt regelmäßige und regelgerechte Bewertung der Projektleistung, damit das Projekt die Qualitätsstandards erfüllt.
  • Qualitätslenkung, das heißt Überwachen der Projektergebnisse, um festzustellen, ob die Qualitätsstandards erfüllt werden, und um die Ursachen unzureichender Leistungen zu beseitigen.

Das Qualitätsmanagement im Projekt muss sowohl die Leistung des Projekts als auch die Qualität des Projektprodukts ansprechen. Modernes Qualitätsmanagement und modernes Produktmanagement ergänzen sich. Beide Disziplinen erkennen die Bedeutung von

  • Kundenzufriedenheit
  • Prävention geht vor Überprüfung
  • Managementverantwortung

an. Qualitätsverbesserungsprogramme, die von der Trägerorganisation durchgeführt werden, beispielsweise nach TQM oder nach ISO 9000, können integriert werden, um die Qualität des Projekts und die des Produkts zu verbessern.[1]

Magisches Dreieck

Wie generell im Projektmanagement ist dem permanenten Zielkonflikt zwischen Qualität, Kosten und Zeit Rechnung zu tragen.[2]. Speziell in Softwareprojekten steht die Projektleitung häufig unter hohem Termindruck und ist einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, die Qualität zu vernachlässigen.[3]

Aufgrund der Komplexität von Informationssystemen sind „absolute“ Sicherheit bzw. Qualität nicht ökonomisch realisierbar. Daher werden zur Kategorisierung und Priorisierung häufig Methoden des Risikomanagements eingesetzt, um für das jeweilige Projekt ein adäquates Maß an Systemsicherheit und -qualität zu gewährleisten.

Aspekte des Risikomanagements sollten über den gesamten System-Lebenszyklus, also beginnend mit dem Konzept, über die Entwicklung oder Programmierung, Implementierung und Konfiguration und während des Betriebes bis hin zur Stilllegung des Systems berücksichtigt werden.

Im Zusammenhang mit der Projektentwicklung ist hier die Systemanalyse zur Projektvorbereitung gemeint. Gegenstand ist die inhaltliche Erfassung der Anforderungen durch Befragung künftiger Anwender sowie die systematische Untersuchung weiterer sachlicher und technischer Anforderungen und Randbedingungen (Schnittstellen zu Drittsystemen, gesetzliche Anforderungen u.dgl.). Ergebnis ist meist ein Fachkonzept, oftmals auch gleich ein Lastenheft.

Ein Pflichtenheft enthält sämtliche Funktionen und Anforderungen an ein Programm. Darin wird festgelegt, welche Funktionen verlangt sind und was diese genau tun. Anhand dieser Übersicht werden die grundlegenden technischen Entwurfsentscheidungen getroffen, und daraus wird die Systemarchitektur abgeleitet. Im Falle einer Beauftragung eines Dienstleistungsunternehmens ist das Pflichtenheft die vertragliche Grundlage für die vereinbarten Leistungen. Deshalb ist die Vollständigkeit und Richtigkeit der darin getroffenen Festlegungen und Anforderungen von besonderer Bedeutung für den Auftraggeber.

Ein Systemanalytiker bzw. -designer, bei kleineren Projekten auch der Programmierer, legt anhand des Pflichtenhefts die Programmarchitektur fest. Soweit Standardsoftwareprodukte zum Einsatz kommen, erfolgt in dieser Phase auch eine Spezifikation der geplanten Produkteinbindung bzw. -anpassung. Für neu zu entwickelnde Software erfolgt der Entwurf des Datenmodells und der einzelnen Funktionen und Algorithmen bzw. der Objekt- und Klassenstruktur. Falls bereits vorhandene Software angepasst (adaptiert) werden muss, so wird in dieser Phase festgelegt, welche Veränderungen und Erweiterungen erforderlich sind. Das Ergebnis des Systemdesigns wird auch DV-Konzept genannt.

In der Implementierungsphase wird die zuvor konzipierte Anwendungslösung technisch realisiert, indem Softwareprodukte konfiguriert, vorhandene Software angepasst oder Programme bzw. Programmteile vollständig neu erstellt werden.

Eine Neuerstellung von Software erfolgt meist durch Programmierung, d. h. die einzelnen Funktionen, Objekte, Klassen u.s.w. werden in einer Programmiersprache mit Hilfe einer Integrierten Entwicklungsumgebung codiert.

Die Software wird im Softwaretest in zweierlei Hinsicht getestet, zum einen

  • technisch, d. h. auf eine korrekte Umsetzung des DV-Konzepts und auf Programmfehler, und zum anderen
  • inhaltlich, d. h. auf Vollständigkeit bezüglich des Pflichtenhefts und Eignung für den vorgesehenen Zweck.

Während der Systemtest eine alleinige Angelegenheit des Auftragnehmers ist, erfolgt der Verfahrenstest meist in Zusammenarbeit mit den Endanwendern des Auftraggebers.

Es gilt in der Softwareentwicklung als normal, dass Programme fehlerhaft sind. Gelegentlich müssen sogar ganze Teile vollständig neu umgesetzt, also neu programmiert werden. Da in komplexeren Applikationen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass geänderte Programmteile nicht etwa andere Programmfunktionen beeinflussen können (Nebeneffekte), sollte nach der Fehlerbeseitigung ein erneuter vollständiger Test des Gesamtsystems erfolgen. Bis zur endgültigen Freigabe der Software sind meist mehrere Test- und Fehlerbeseitigungszyklen (iteratives Vorgehen) erforderlich.

Die fertiggestellte Software nebst eventuell erforderlicher Standardsoftwareprodukte, Hardware u. ä. wird sodann im Zuge der Installation auf den Computersystemen des Auftraggebers oder des Betreibers (eines Application Service Providers) aufgespielt und betriebsbereit gemacht. Hierbei wird oftmals zwischen parallelen „Produktiv“-, „Test“-, „Schulungs“- und „Entwicklungs“-Installationen unterschieden.

Je nach technischer Plattform erfolgt die Installation auf Zentralrechnern (Server) oder auf den Arbeitsplatzrechnern oder beides. Bei Datenbankanwendungen erfolgt ggf. noch ein Tuning der Datenbank. In einigen Fällen erfolgt noch eine Migration aus älteren Anwendungslösungen.

Bei größeren Projekten erfolgt oftmals zunächst nur eine Installation auf einem Testsystem bzw. bei wenigen Pilot-Anwendern. Die nachfolgende Ausweitung (Installation und Inbetriebnahme) auf weitere Standorte nennt man Rollout.

Wesentlicher Teil des Projekts ist die Einführungsunterstützung, insbesondere in Form von Schulung bzw. Einweisung der Endanwender, Power User und Administratoren.

Nach der Inbetriebnahme einer Softwarelösung ist eine kontinuierliche Weiterbetreuung erforderlich und üblich. Diese umfasst sowohl eine Unterstützung der Anwender z. B. per Hotline im laufenden Betrieb als auch Erweiterungen der Software bei Bedarf. Bei externer Softwareerstellung / Projektabwicklung wird beides in einem Support-Vertrag geregelt.

Dabei wird zwischen einem First-level-Support und einem Second-level-Support unterschieden. Der First-level Support (auch Helpdesk) ist erste Anlaufstelle für alle eingehenden Unterstützungsfragen und nimmt alle Problemmeldungen entgegen. Er leitet aber nur schwerwiegende Probleme an den Second-level-Support, bei Standardsoftware z. B. beim Produkthersteller, weiter.

Die laufende Anpassung der Software an sich ändernde Anforderungen oder Umgebungsbedingungen, z. B. an neue Versionen verwendeter Standardsoftware, wird als „Softwarepflege“ bezeichnet. Größere Veränderungen werden über eigene Wartungsprojekte bearbeitet, kleinere Anpassungen häufig als Wartungsaufgaben mit einfacheren Prozessregeln. Das Management des nachträglichen Einbringens von Änderungen in ein laufendes System nennt man Veränderungsmanagement.

  • ISBN 3-8274-0480-0.
  • ISBN 3-89864-268-2.
  • ISBN 3-446-22429-7.
  • ISBN 0-321-21026-3.
  • Thomas Grechenig, Mario Bernhart, Roland Breiteneder, Karin Kappel: Softwaretechnik – Mit Fallbeispielen aus realen Projekten Pearson Studium, München 2009, ISBN 3-86894-007-3.
  1. ISBN 978-1-930699-21-2, S. 95–103
  2. Kessler, Heinrich; Winkelhofer, Georg: Projektmanagement. 4. Auflage. Heidelberg 2004, Springer. S. 55–56
  3. Wendt, Dierk (Sprecher der Arbeitsgruppe): Klassische Fehler in der Software-Entwicklung, TU Ilmenau, Version vom 6. Oktober 2005, abgerufen am 9. Februar 2011


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IT-Berater

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IT-Berater (auch IT-Consultant) beraten Unternehmen oder Projektgruppen bei der Einführung, Wartung und Weiterentwicklung von IT-Systemen.

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff IT-Berater ist eine sehr weit gefasste Berufsbezeichnung. Er ist als Dienstleistungsberuf im Überschneidungsfeld von ingenieurmäßigen IT-Berufen und klassischer (Management- oder) Unternehmensberatung angesiedelt.

Allgemein werden breite Kenntnisse der Informatik, insbesondere der Softwaretechnik sowie Kenntnisse der Betriebswirtschaft für eine Tätigkeit als IT-Berater vorausgesetzt. Auf dieser grundlegenden Qualifikation aufbauend, sind die meisten IT-Berater fachlich spezialisiert und widmen sich in der Ausübung ihrer Tätigkeit schwerpunktmäßig einem oder einigen wenigen Themenfeldern, wie z. B. der Anforderungsanalyse (Requirements Engineering) für Betriebliche Informationssysteme, der Sicherheitsanalyse von IT-Systemen oder dem Asset Management. Weiterhin sind die meisten IT-Berater auf eine spezifische Branche, wie z. B. die Automobilindustrie oder Banken und Versicherungen, spezialisiert.

Neben den Systemhäusern, die für ihre eigenen Systeme Beratungsdienstleistungen anbieten, sind auch viele Unternehmensberatungen in der IT-Beratung aktiv. Zusätzlich bietet der Markt Freiberuflern Möglichkeiten selbstständig tätig zu sein.

Durch typische Projektlaufzeiten von 3 Monaten bis zu einigen Jahren und teilweise sehr spezifische Kenntnisanforderungen auf Kundenseite ist es notwendig sehr individuell auf die Bedürfnisse des Kunden einzugehen und die Projektaufgaben durch ein entsprechendes Projektmanagement regelmäßig controllen und nachzuhalten.

Die Projekte, in denen IT-Berater tätig sind, können von ganz unterschiedlicher Natur sein: Sie reichen von der Entwicklung einer passenden Unternehmensstrategie bis hin zur technischen Umsetzung und Implementierung einzelner Softwarekomponenten. Beispielsweise wird in einem Projekt zur Umsetzung neuer gesetzlicher Buchhaltungsvorschriften zunächst eine Studie zur Umsetzbarkeit der neuen Anforderungen erstellt. Anschließend wird eine geeignete Buchungs- und Kontenlogik entwickelt. Abschließend werden die neuen Anpassungen getestet und im System implementiert. [1]

Die Berufsbezeichnung IT-Berater ist nach deutschem Recht kein geschützter Begriff, und ein formaler Qualifikationsnachweis muss zur Aufnahme der Berufstätigkeit als IT-Berater nicht erbracht werden.

Seit 2002 gibt es aber die gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung: Geprüfte IT-Berater (Certified IT Business Consultant) - Quelle: DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

2010 bestimmten die folgenden Anbieter maßgeblich den deutschen Markt für IT-Beratung und Systemintegration:[2]

Rang Unternehmen Umsatz in Deutschland in Mio. Euro Mitarbeiterzahl in Deutschland
1 T-Systems 1) 1.390,0 5.000
2 IBM Global Business Services 2) 1.180,0 7.760
3 Accenture GmbH 2) 720,0 4.500
4 Capgemini Deutschland Holding GmbH 2) 651,0 5.312
5 Lufthansa Systems AG 446,0 2.900
6 CSC 372,2 2.632
7 msg Systems AG (Unternehmensgruppe) 314,0 2.925
8 Hewlett-Packard Deutschland Services 1) 300,0 600
9 Allgeier Holding AG 265,5 1.179
10 Logica Deutschland GmbH & Co. KG 228,2 1.988

Anmerkungen:
1) Umsätze mit IT-Beratung und Systemintegration
2) Umsatz enthält auch die Umsätze mit Managementberatung


Die Aufnahme in dieses Ranking unterliegt genau definierten Kriterien. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes müssen mit IT-Beratung, Individual-Software-Entwicklung und Systemintegration erzielt werden.

Die Lünendonk GmbH, Kaufbeuren, betrachtet seit Mitte der 90er Jahre kontinuierlich den Markt für IT-Beratung und Systemintegration in Deutschland. Dabei erhebt das Marktforschungsunternehmen nicht den Anspruch, den Gesamtmarkt abzubilden. Es konzentriert sich vielmehr darauf, die führenden Anbieter in einem bestimmten Marktsegment zu betrachten. Daneben werden zu Vergleichszwecken einige mittelgroße und kleine IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in die Analysen einbezogen. Diese Unternehmen repräsentieren zusammen die Grundstruktur des Marktes und so hohe Umsatzanteile am Markt, dass Folgerungen für die Gesamtsituation und -entwicklung möglich sind. Die Analyse des Jahres 2011 umfasst 62 Unternehmen inklusive der Top 25.

Nachdem seit Mitte des Jahrzehnts das Volumen des deutschen Marktes für IT-Beratung und Systemintegration ständig mit durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr gewachsen war, brachte das Jahr 2009 als Folge der weltweiten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise mit minus 7,7 Prozent den bisher tiefsten Einbruch seit Bestehen. Der Markt für „IT-Planning and Implementation“ erreichte 2010 nach Ermittlungen des Branchenverbandes Bitkom und von EITO ein Gesamtvolumen von 11,8 Milliarden Euro und damit eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent.

Für das Jahr 2011 erwarteten die analysierten IT-Berater und Systemintegratoren mit im Schnitt 5,8 Prozent Zunahme eine signifikant höhere Wachstumsrate des Marktvolumens. Auch mittelfristig (bis 2016) hält dieser Optimismus an – die Unternehmen rechneten mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 5,5 Prozent. Sogar langfristig (2016-2020) wurde dieser Trend bestätigt, mit im Durchschnitt 5,3 Prozent Zuwachs pro Jahr.

Der Anstieg des Gesamtumsatzes der befragten Anbieter im Jahr 2010 übertraf die Zunahme des Marktvolumens der Branche (2,0 %) bei weitem: Der Gesamtumsatz erhöhte sich signifikant um 12,2 Prozent. Für das Jahr 2011 rechnete dieser Dienstleistungssektor im Durchschnitt mit 10,3 Prozent Umsatzwachstum und mittelfristig (bis 2016) immer noch mit 9,7 Prozent jährlichem Zuwachs.

62.642 Mitarbeiter waren im Jahr 2010 bei den 62 von Lünendonk untersuchten IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen angestellt. Damit ergibt sich in der Summe ein Mitarbeiterzuwachs dieser Anbieter gegenüber 2009 um rund 3.100. Die Steigerungsrate entsprach durchschnittlich 7,9 Prozent. Von diesen Mitarbeitern gehörte ein Personalanteil von durchschnittlich rund 15,5 Prozent zu Management, Verwaltung und Vertrieb, wovon knapp 65 Prozent auf Manager beziehungsweise Verwaltungspersonal und gut 35 Prozent auf Vertriebspersonal entfallen. Etwa 84,5 Prozent der Mitarbeiter waren in der Beratungs- und Projektarbeit tätig und stellten somit die eigentlichen Produktionsfaktoren der Unternehmen dar.

In puncto Leistungsspektrum lag bei den analysierten IT-Beratungen und Systemintegratoren 2010 die klassische „IT-Beratung“ mit 24,7 Prozent deutlich vorn, gefolgt von „Individual-Software-Entwicklung“ (18,3 %) und „Systemintegration“ (13,4 %). Daran schlossen sich „Standard-Software-Einführung“ (11,2 %) und „Projekt-Management“ (6,4 %) an. Als weitere Tätigkeiten waren die häufig mit der Systemintegratoren-Rolle verbundenen Aufgaben von Bedeutung: „Software-Wartung“ (4,4 %), „Standard-Software-Vertrieb“ (2,8 %), „Training, Schulung“ (1,0 %) und „Hardware-Vertrieb“ inklusive „Hardware-Wartung“ (0,5 %).

Zwei Drittel der IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen boten ihren Kunden Nearshore- respektive Offshore-Kapazitäten an. Dabei handelte es sich bei mehr als der Hälfte um eigene Kapazitäten, das bedeutet in der Regel: Tochter- oder Schwestergesellschaften in Niedriglohnländern. 13 Prozent der analysierten Anbieter offerierten Kapazitäten eines Partners beziehungsweise eines externen Dienstleisters. Bei 29 Prozent waren beide Varianten möglich. 2010 generierten Nearshore-/Offshore-Kapazitäten im Durchschnitt 6,8 Prozent des Gesamtumsatzes. Die analysierten Anbieter planen, diese Umsatzanteile 2011 auf 9,4 Prozent zu steigern.

Bis 2002 gab es keine eigenständigen Studiengänge oder Berufsausbildungen, die direkt zum Berufsbild des IT-Beraters führten, deswegen haben die in Deutschland tätigen IT-Berater relativ unterschiedliche berufliche Hintergründe und Werdegänge.

Die klassische Qualifikationsmaßnahme für eine spätere Tätigkeit als IT-Berater (insbesondere in großen Beratungs- und Systemhäusern) stellt ein Hochschulstudium dar, typischerweise in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder einem angrenzenden Fachgebiet.

Die Universität Hamburg bietet seit dem Wintersemester 2010/2011 mit dem konsekutiven Masterstudiengang IT-Management und -Consulting erstmals in Deutschland einen spezifischen universitären Ausbildungsweg für IT-Berater an.[3] Seit dem Sommersemester 2007 wird ein ebenfalls konsekutiver Masterstudiengang Information Management und Consulting (M.Sc.) an der Fachhochschule Ludwigshafen angeboten.[4]

Daneben existiert seit 2002 auch der zertifizierte IT-Berater im Rahmen der staatlichen IT-Fortbildungsverordnungen. Die sog. "Operative Professionals" sind in vier unterschiedliche Profile aufgeteilt: Certified IT Systems Manager (Geprüfter IT-Entwickler), Certified IT Business Manager (Geprüfter IT-Projektleiter), Certified IT Business Consultant (Geprüfter IT-Berater) und Certified IT Marketing Manager (Geprüfter IT-Ökonom).

Im Rahmen dieser berufsbegleitenden Ausbildung müssen insgesamt sieben Prüfungen abgelegt und eine Praxisarbeit angefertigt werden, Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist der Nachweis der Qualifikation eines zertifizierten Spezialisten oder einer entsprechenden Qualifikation. Die Prüfungen werden in der Regel bei den örtlichen IHK absolviert.[5]

Diese Abschlüsse entsprechen in etwa dem 'Industriemeister' in den gewerblichen und handwerklichen Berufen.

  • Informatiker
  • Unternehmensberater
  1. Case Study: Die Migration von Fonds, Anadeo Consulting [1]
  2. Lünendonk-Liste 2011: IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland
  3. Universität Hamburg / Masterstudiengang IT-Management und -Consulting [2]
  4. Fachhochschule Ludwigshafen / Masterstudiengang InfoMaC [3]
  5. IHK Köln / Weiterbildung [4]


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